"Ursprüngliche
Naturvölker kennen den Rausch, erfahren ihn staunend, verehren
und lieben ihn."
Pflanzen der Götter von A.
Hofman und R. Schultes
1. Bericht: 2 Personen, in Verbindung mit Alkohol eingenommen.
02.09.97
19.00 Uhr.
Wir nehmen beide 2 gehäufte Eßlöffel
des Pulvers, vermischt mit 50 ml Eierlikör ein. Es schmeckt sehr
... sandig, ja. Wir giessen also nochmals 50 ml Eierlikör drauf.
Ich muße nach der Hälfte der Portion abrechen, da der Brechreiz
zu stark wurde. Daniel löffelte auch meine restliche Portion
aus. Nach ca. 45 Minuten überkam mich ein Drang zur Ruhe. Ich
legte mich aufs Bett und stellte Veränderungen in meinem
Gesichtsfeld fest. Mein Blick verschwamm, wurde unscharf, was
mich und Daniel sehr ammüsierte. Dannach verfiel ich eine Art
Meditation, ich war nicht mehr wach, schlief aber auch nicht
(nicht nach dem, was schlafen im herkömmlichen Sinne bedeutet).
Nach 45 min ging ich auf mein Zimmer um zur Nacht zu gehen. Ich
legte mich auf mein Bett und schloß die Augen. Als ich an
irgendwas dachte, hatte ich plötzlich ein klares Bild
dieses
Gedanken vor (geschlossenen) Augen. Es war
total real! Ich war fasziniert, probierte es weiter aus, dachte
an die unmöglichsten Dinge. Es klappte immer wieder. Nach ca. 5
min ließ die Wirkung nach, ich wurde müder und verfiel wieder
in diesen Ruhezustand. Leider wurde ich gestört und mir wurde
mitgeteil, daß ich in einer halben Stunde aus dienstlichen
Gründen eine Autofahrt zu erledigen hätte. Dies paßte mir gar
nicht. Als ich in meinem Zimmer im Sessel saß, wollte ich
wütend sein auf die Person, wegen der ich fahren mußte. Ich
konnte es aber einfach nicht. Ich wußte - fühlte - das Wut hier
fehl am Platze war. Es war einfach so, als ob es negative
Gefühle für mich in dem Moment gar nicht gab. Ich hatte
zwar eine Art Erinnerung, daß ich früher mal solche Gefühle
hatte. In dem Augenblick schien es mir aber völlig unmöglich,
geradezu absurd, Haß fühlen zu können. Ein richtig unbekanntes
Gefühl, schwer zu beschreiben. Außerdem konnte ich - was bei
mir sonst selten ist, einfach da sitzen ohne an irgendwas zu
denken oder irgendwas zu tun.
Während der Fahrt - das war ca. 23.00 Uhr - waren keinerlei körperliche Wirkungen des Rauschmittels mehr zu spüren. Mein Blickfeld war ok und ich fühlte mich voll fahrtauglich. Nur meine Stimmung war einfach gut.
Weitere Wirkungen konnte ich nicht beobachten.
Hier kommt Daniels Schilderung seiner Erfahrungen:
"Ich habe eine Portion und den Rest von Jörg's 'geschluckt'. Erste halbe Stunde nichts, dann ins Bett gelegt und abgewartet. Erster Effekt war der, daß sich das Sichtfeld tunnelmäßig verengt hat und ... Unschärfe einsetzte. Das schreibe ich aber dem Placebo-Effekt zu, in Erwartung einer Wirkung. Dann nach 1 Stunde verfiel ich in eine Art Schlaf ohne zu schlafen, aber ich lag im Bett und kann mich über einen Zeitraum von einer halben Stunde nicht erinnern. Es war jedoch anders als Schlafen, es war ohne sich zu bewegen, ich kann auch nicht sagen, daß ich geatmet hätte. Dann wurde ich wach und telefonierte mit meiner Freundin. Es fiel mir auf, daß ich überglücklich war, ihre Stimme zu hören. Ich war total gut drauf und ungeheuer glücklich mit ihr zu reden. Dannach schlief ich zufrieden und glücklich ein. Am nächsten Morgen erwachte ich munter und ausgeschlafen. Ich hatte keinen Kater oder ähnliches, aber wunderbar gute Laune."
2. Bericht, 2 Personen, genommen mit Baylies auf einer Party
04.02.98
Ich nahm 2 gehäufte Tee-Löffel, kräftig verrühert mit dem Creme-Likör.
Dagobert nahm einen Löffel. Er hatte vorher schon Mormonen-Tee getrunken und äußerte sich später sehr negativ über die Folgen des Mischkonsums. Direkte Wirkungen des Muria-Extraktes konnte er nicht feststellen (also nichts, was nicht auch vom Tee her rühern konnte). Damit ist sein Abschnitt hiermit beendet.
Bei
mir setzte die Wirkung ca. 1 Stunde nach Einnahme ein, eine halbe
Stunde später nahm ich nochmal 1 oder 2 Eßlöffel mit dem
Likör vermixt. Eine weitere halbe Stunde später merkte ich auf
der Tanzfläche ein Bewußtseinsveränderung. Sehr viele
Gedanken, Phantasien die durch meinen Kopf zogen, kamen mir
plötzlich so verdammt real vor. Das war aber alles sehr possitiv
und belustigend. Ich wiederholte das Spielchen, daß ich schon
1997 kennengelernt hatte. Ich stellte mir die unmöglichsten
Dinge vor und sah diese sofort. Mit ein bissel Probieren konnte
ich dies soweit treiben, daß ich sogar bei offenen Augen diese
Illusionen wahrnahm. Allerdings darf man sich dafür nicht auf
das sehen konzentrieren, man muß sich in eine Art Trance bringen
(was beim Tanzen eigentlich nicht schwer fällt). Es stellte sich
ein Gefühl der Zufriedenheit, aber auch ein Bedürfnis nach Ruhe
ein. Ich konnte und wollte nicht mehr tanzen, sondern nur noch
den Leuten beim Feiern zusehen. Ich wollte ihren Spaß sehen und
genießen, einfach nur dasitzen und genießen. Ich war mir in dem
Moment sehr sicher, daß dieses Genießen etwas sehr Gutes und
Wichtiges ist. Ein/zwei Stunden später machte ich mich auf dem
Heimweg und schlief dann sehr zufrieden ein. Die possitive
Wirkung hielt noch lange in den nächsten Tag hinein.
Zusammenfassung:
Allgemein möchte ich für mich als Hauptwirkungen zwei Dinge festhalten:
- possitive Gefühle werden gefördert, negative rücken in den Bereich der Mythen
- die Phantasie übernimmt die Kontrolle der Wahrnehmung
Weitere Experimente sind aber aufgrund Dagoberts schlechter Erfahrungen erstmal nicht geplant.
Ein Mischkonsum sollte in jedem Fall vermieden werden!
Trotz allem empfinde ich Muria Puama als ein sehr angenehmes Rauschmittel, das bei Reinkonsum wohl keinerlei Nebenwirkungen aufweißt.
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